Nahverkehr in Cuba
Havanna
Straßenbahn

Cuba
20.02.2004
Mi.-Nr. 4593

Historische Straßenbahnen

 

Die erste Straßenbahn in Havanna wurde am 3. Februar 1858 eröffnet. Betrieben wurde sie von der Ferro Carril Urbano de la Habana. Sie begann den Bau der ersten Bahnlinie vom Bahnhof zu den Hafendocks am 20. November 1857. Auf dieser kurzen Strecke wurden anfänglich nur Frachtgüter, Produkte der naheliegenden Farmen und Gepäck von Bahn- und Schiffsreisenden transportiert. Dabei kamen Pferde als Vorspannung zum Einsatz. Als die FCU am 4. September 1859 ihre erste Strecke mit Personenbeförderung nach Carmelo eröffnet hatte wurden für die Strecke vom Bahnhof zu den Docks die Personenwagen gleich mitgekauft. Geliefert wurden diese zweiachsigen Wagen von der Fa. Eaton Gilbert & Co. in Troy, New York. Die FCUH baute im Jahre 1862 noch eine weitere Strecke nach Cerro und Jesus del Monte, ging dann 1863 aber Gemeinschaft mit einer Kutschen-Gesellschaft zur Empresa del Ferro-Carnl Urbano y Omnibus de La Habana ein. Diese Gesellschaft befuhr 1865 ihre insgesamt 17 km langen Strecken mit 32 Passagier- und 16 Frachtwagen.

Ab 1870 begann die FCUOH den Fuhrpark mit neuen Fahrzeugen auszustatten die alle bei der Fa. John Stephenson, New York gekauft wurden. 1873 wurden die pferdebespannten Wagen der Carmelo-Linie gegen 4-achsige Personenwagen von der Fa. Stephenson ausgetauscht. Dazu kamen Dampflokomotiven von Baldwin, von denen gleich sechs Stück beschafft wurden. Alle anderen Linien wurden von der FCU weiterhin mit Maultier-Gespannen bis 1882 befahren, danach wurde die Linie zu den Docks geschlossen.

Am 14. Dezember 1898, nach Beendigung des kubanisch/spanisch/amerikanischen Krieges musste die FCU ihren kompletten Straßen- und Eisenbahnbetrieb an ein Syndikat aus US-amerikanischen, kanadischen und französischen Kapitalgebern verkaufen. Die neuen Eigner gründeten am 7. Januar 1899 die Havanna Electric Railway Company (HER). Zugleich wurde in Havanna mit der Elektrifizierung der bestehenden und dem Neubau von Strecken begonnen. Am 4.04.1900 wurde von der HER beim Unternehmen Jackson & Sharp Co. in Willmington, Del. (USA) 110 Fahrzeuge bestellt. Die Triebwagen waren mit einem General Electric-Motor und einem McGuire A-1-Fahrwerk ausgerüstet. Sie unterschieden sich auch durch eine technische Neuerung von den herkömmlichen Modellen, denn sie besaßen einen zweipoligen Stromabnehmer. Die 110 Triebwagen waren bis Ende 1901 ausgeliefert und es hatte sich in Havanna eine rege Bautätigkeit entwickelt. Straßenbahnlinien in Normalspur wurden in alle Bereiche der Stadt gebaut. Bis 1904 waren die großen Vorhaben umgesetzt. Ab 1906 kaufte die HER bei General Electric die Motoren und bei McGuire die Fahrwerke und montierte mit eigenen Wagen kästen in Havanna die Triebwagen. Da die McGuire-Fahrwerke nicht den Vorstellungen der HER entsprachen wechselte man den Lieferanten und montierte in den eigenen Werken Fahrgestelle vom amerikanischen Hersteller BrilI.

Im Jahre 1913 kam es zu einer Fusion zwischen der HER und der Light & Power Company und das neue Unternehmen nannte sich HERL&P. In den Bestandslisten dieses Unternehmens sind 1921 u.a. 495 geschlossene Triebwagen, 8 Frachtlokomotiven und eine große Anzahl Werkstatt- und Hilfsfahrzeuge aufgeführt. 1921 baute die HERL&P einen Triebwagen-Prototyp bei dem der Wagenkasten geschlossen war, der ein bogenförmiges Dach und neun Fenster hatte. Nach diesem Typen wurden danach sämtliche neuen Triebwagen gefertigt und ältere umgebaut. Abgesehen von den historischen Fahrzeugen hatten alle Triebwagen eine Länge von 9,75 m und eine Breite von 2,14 m, sie hatten alle nur 2 Achsen und fuhren nie in Doppeltraktion, denn die schmalen Straßen in Havannas Altstadt ließen größere Ausmaße nicht zu.


Cuba
20.02.2004
Mi.-Nr. 4597 aus Block 187

Historische Straßenbahnen

 

Cuba
20.02.2004
Block 187 mit Mi.-Nr. 4597

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