Eisenbahn in Japan
Experimentalzug WIN 350

Kongo - Kinshasa
26.12.2003
Mi.-Nr. 1785 aus  Block 181

Europäische Eisenbahnen

Baureihe WIN 350
AGV

Am 7. April 1992 stellte die Bahngesellschaft JR West ihren neuen Experimentalzug WIN 350 vor. "WIN 350" steht dabei für "West Japan Railways Innovation for operation at 350 km/h". Auf der Sanyo-Linie zwischen Osaka und Hakata konnte mit ihm der Bereich über 350 km/h erforscht werden. Die dabei gewonnenen Erfahrungen flossen direkt in den Bau des ersten Zuges der Baureihe 500 ein.

Aufsehen erregend ist nicht nur die Technik gewesen, sondern auch das Design. Die beiden Endwagen des lilagrauen, sechsgliedrigen Zuges sind unterschiedlich geformt und dienten zu aerodynamischen Versuchen. Alle Achsen des Zuges waren mit jeweils einem 300 kW starken 3-Phasen-Wechselstrom-Asynchronmotor mit Käfiganker angetrieben. Mit ihnen war der WIN 350 in der Lage, bis zu 385 km/h zu erreichen. Die Achslast fiel mit 9,6 Tonnen sehr niedrig aus. Ein Wagen in der Mitte des Zuges war als Demonstrationswagen mit 2+2-Bestuhlung (4 Sitze quer zur Fahrtrichtung) und 2+3 - Bestuhlung (5 Sitze nebeneinander) vorgesehen.

Im Laufe der umfangreichen Versuchsfahrten baute man drei verschiedene wiegenlose Drehgestelle ein und rüstete den Zug mit einer aktiven Federung nach. Im Mai 1996 waren die Ingenieure der JR West mit den Ergebnissen zufrieden und die Testfahrten wurden eingestellt. Die Mittelwagen trennte man im Betriebswerk in Hakata von den Endwagen. Endwagen 500-901 steht heute auf dem Windkanalgelände bei Maibara, das Gegenstück 500-906 noch im Betriebswerk in Hakata, soll aber später einmal im Transportmuseum in Osaka zu bestaunen sein.

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Technische Daten
Gesellschaft JR West
Spurweite 1.435 mm
Stromsystem 25 kV/60 Hz
Leistung 24 x 300 kW
Länge 151.000 mm
Gewicht 230 t
Achslast 9,6 t
Geschwindigkeit 385 km/h
Baujahr 1991/1992