Eisenbahn in Österreich
Baureihe 210

Gambia
2003
Mi.-Nr. 5084

Lokomotiven aus aller Welt

 

Im Jahr 1908 entstand Gölsdorfs Meisterwerk. Er drehte diese Achsfolge um, damit für die schlechte Kohle eine große Feuerbüchse verwendet werden konnte und man gleichzeitig eine leichtere Vorderpartie der Lokomotive erhielt, als bei einer Pazifik mit vorderem Drehgestell. Um die Nachteile seiner Steuerungsanordnung zu lindern, sah er Treibräder mit einem Durchmesser von 2.100 mm vor, obwohl die Höchstgeschwindigkeit nur 100 km/h betragen sollte. Damit blieben aber die Kolbengeschwindigkeiten im gewünschten niedrigen Bereich. Er nutzte jede Möglichkeit, um Gewicht einzusparen; die Achslast dieser großen Maschine betrug dann auch nur 14,6 t, eine bemerkenswerte Leistung. Bei den verhältnismäßig niedrigen Geschwindigkeiten war auch die einzelne führende Laufachse kein Nachteil.

Die Abmessungen der Zylinder, die bei einer Verbundlok besonders kritisch sind, stellten sich als ungünstig heraus und trotz verschiedener Änderungen an den Schiebern erreichten die Maschinen nie die Leistung, die die Kesselgröße erwarten ließ. Trotzdem bewährten sich diese Loks vor den wichtigsten Schnellzügen der Monarchie und später auch der Republik Österreich auf den leichteren Hauptstrecken des Landes, bis dann 1928 die ersten 1'D2'-Lokomotiven erschienen.

Die ersten der 1'C2'-Loks waren Naßdampfmaschinen und wurden als Reihe "210" bezeichnet.


Technische Daten

Gesellschaft kkStB
Achsfolge 1'C2' n4v
Rostfläche 4,6 m²
Dampfdruck 15 kp/cm²
Triebrad-Ø 2.100 mm
Brennstoff (Kohle 8,5 t
Wasser 21 m³
Länge 21.318 mm
Baujahr 1908