Eisenbahn in Österreich
Baureihe 629 (Südbahn)
Baureihe 77 (ÖBB)

Liechtenstein
22.08.1997
Mi.-Nr. 1155

125 Jahre Eisenbahn in Liechtenstein

Bahnhof Schaanwald
Baureihe 77 (ÖBB))

Die Ursprünge der ÖBB-Reihe 77 liegen bei den 15 Lokomotiven der Südbahn-Reihe 629 (629.01-15), die zwischen 1913 und 1915 gebaut wurden. Die Südbahngesellschaft nutzte die 629 zunächst als Ersatz für veraltete Schlepptenderlokomotiven auch vor Schnellzügen auf den Zubringerstrecken zu ihren Gebirgsbahnen am Semmering, in Tirol und im heutigen Slowenien. Die beim Personal beliebten Maschinen wurden nach dem Zerfall der Österreich-Ungarn-Donaumonarchie in Richtung neuer Ostgrenzen, also auf der Ostbahn, der Nordbahn, aber auch auf den Strecken Wels-Passau und Linz-Summerau eingesetzt. Ab 1937 waren sie auch auf der Nordwestbahn im Einsatz. Abgesehen von diesen Einsatz-Schwerpunkten konnten die 629 bzw. 77 aber nahezu überall im Österreichischen Streckennetz beobachtet werden.

Die kkStB beschaffte ebenfalls Lokomotiven dieser Bauart. 25 Lokomotiven wurden mit der Bauartbezeichnung 629.01-25 zwischen 1917 und 1918 geliefert. Nach dem Ersten Weltkrieg erhielten bei den BBÖ die Südbahnloks die Bezeichnung 629.101-115, die kkStB-Loks behielten ihre Nummern. Die BBÖ beschafften weitere 30 Stück, die als 629.26-50 zwischen 1920 und 1921 geliefert wurden. 1926 wurden noch einmal 25 Stück nachbestellt (629.56-80) und 1926/27 geliefert. Die letzten fünf Lokomotiven (629.500-504 mit Caprotti Ventilsteuerung) wurden 1927/28 geliefert, nach schlechten Erfahrungen wurden sie aber auf Lentz-Ventilsteuerung umgebaut. Damit waren 85 Lokomotiven im Bestand. Weiters wurde sie nach dem Ersten Weltkrieg auch in der Tschechoslowakei und Polen nachgebaut.

Als 1938 nach dem Anschluss Österreichs an das Dritte Reich die BBÖ in die Deutsche Reichsbahn eingegliedert wurden, wurden die Lokomotiven zur Baureihe 77 (77 201-285) umgezeichnet. Bei Übernahme durch die ÖBB nach dem Zusammenbruch des Dritten Reichs erhielten die Lokomotiven, von denen einige durch die Kriegsereignisse zu anderen Bahnen gekommen waren, folgende Nummern:

  77.01-10 ehemals aus kkStB Reihe 629.01-25 (Baujahre 1917/18)
77.11-40 ehemals aus BBÖ Reihe 629.26-55 (Baujahre 1920-22)
77.242-264 ehemals aus BBÖ Reihe 629.57-80 (Baujahre 1926/27)
77.66-80 ehemals aus Südbahn Reihe 629.01-15 (Baujahre 1913-15)
77.281-285 ehemals aus BBÖ Reihe 629.500-504 (Baujahr 1927/28)

In den 60er Jahren begannen die Kassierungen, doch blieb die bekannte Loktype fast bis zum Ende der Dampftraktion im Einsatz. Die letzten Loks, darunter auch einige der ersten Exemplare von 1913 standen im Raum Wien im Einsatz, wo sie bis zur Ausmusterung 1976 Personenzüge auf der Nordbahn bis Bernhardstal und auf der Nordwestbahn bis Retz bespannten.

Als Museumslokomotiven blieben in Österreich erhalten:

Weitere Exemplare blieben in Tschechien, der Slowakei, Slowenien und Liechtenstein erhalten.

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Technische Daten

Gesellschaft
Südbahn
kkStB
BBÖ
 
DRG
ÖBB
Nummern
629.01 - 15
629.01 - 25
629.26 - 80
629.500 - 504
77 201 - 285
77.01 - 77.80
77.281 - 285
Hersteller StEG
Krauß-Linz
Skoda
Anzahl 85
Achsfolge 2'C1'
Spurweite 1.435 mm
Rostfläche 2,7 m²
Heizfläche 129,65 m²
Überhitzer 33,75 m²
Dampfdruck 13 kg/cm²
Leistung 724 kW
Länge 13.345 mm
Gewicht 80,2 t/83,8 t
Geschwindigkeit 85 km/h
Baujahre 1913 - 1928