Südbahn
229

Die Tenderlokomotivreihe 229 gingen aus der Reihe 129 der k.k. österreichischen Staatsbahnen (kkStB) hervor. Für die Südbahn modifizierte Gölsdorf den Entwurf für größeren Vorräte und fügte eine Nachlaufachse hinzu. Floridsdorf liefert von 1903 bis 1907 elf Stück dieser als Reihe 229 bezeichneten Lokomotiven an die Südbahn. Die kkStB ließ von 1904 bis 1918 239 Stück bauen, wobei alle österreichischen Lokomotivfabriken beteiligt waren. Die Maschinen der Reihe 129 wurden auf 1C1 umgebaut und in Reihe 229.4 umgezeichnet. Die Böhmisch-Mährische Maschinenfabrik lieferte 1913 vier Stück (Nr. 251 - 254) an die Serbische Staatsbahn (SDŽ) und die Wiener Neustädter Lokomotivfabrik fertigte 1909 und 1920 zehn Stück für die Aspangbahn (EWA, Eisenbahn Wien-Aspang), die sie als EWA IIIa Nr. 41 50 bezeichnete.

Nach dem Ersten Weltkrieg blieben 69 Stück bei Österreichischen Bundesbahnen (BBÖ), zu denen nach Verstaatlichung der Südbahn noch elf Stück als 229.5 und die zehn Maschinen der EWA als 229.8 kamen. Polnischen Staatsbahnen (PKP) erhielten 22 als Reihe OKl12, die Jugoslawischen Eisenbahnen (JDŽ) bekamen 25 als Reihe JDŽ 116 und die italienischen Staatsbahnen (FS) fünf als FS 912. Das Gros der Maschinen (145 Stück) kam nach 1918 aber zu den Tschechischen Staatsbahnen (ČSD), die sie als Reihe 354.0 einordneten. Als 1939 die Südslowakei an Ungarn abgetreten wurde, kamen 15 Stück als Reihe 343.3 zu den Ungarischen Staatsbahnen (MÁV).

Von 1926 bis 1934 baute die ČSD fünf ihrer 354.0 in Heißdampf-Zwillingslokomotiven um, die sie als 355.0 bezeichnete. Diese Maschinen erhielten auch einen zweiten Dom und ein Verbindungsrohr zwischen den Domen. Bei weiteren fünf Stück wurde von 1936 bis 1940 die hintere Laufachse durch ein Drehgestell ersetzt; diese Maschinen erhielten die Bezeichnung 353.1. 1944 wurde noch eine Maschine auf Heißdampf umgebaut, bei der aber der zweite Dampfdom nicht zur Anwendung kam.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938 wurden die 90 Stück 229er von der Deutschen Reichsbahn (DR) als 75.701 790 umgezeichnet. Im Zuge der Kampfhandlungen kamen die ČSD 355.0 als 75.901905, 21 Stück PKP Okl12 als 75.851 871 sowie neun JDŽ 116er als 75.791 799 ebenfalls zur DR. Nach 1945 wurden noch 63 Stück bei den ÖBB als Reihe 75 eingeordnet. Die letzten Maschinen dieser Reihe wurde 1962 abgestellt. Die ehemaligen 229.137, 178, 187, 405 und 115 kamen als 354.0501 0504 und 0506 zur ČSD. Bei der ČSD waren die 354.0 bis 1967 im Einsatz. Einige ehemalige 229er kamen auch noch zur JDŽ und zur PKP.


Kroatien
30. 9. 2014

Dampflokomotiven


Technische Daten

Gesellschaft
SB
kkStB
EWA
SDŽ
Nummern
1201 - 1211
01 - 239
41 - 50
251 - 254
Hersteller Floridsdorf
Wr. Neustadt
StEG
BMMF
Krauss/Linz
Radanordung 2-6-2 (1'C1')
Spurweite 1.435 mm
Rostfläche 2,0 m²
Heizfläche 96,4 m²
Dampfdruck 14 kp/cm²
Zylinder-Ø
- Niederdruck
- Hochdruck
 
(1) 650 mm
(1) 420 mm
Kolbenhub 720 mm
Treibrad-Ø 1.614 mm
Laufrad-Ø 870 mm
Dienstgewicht 67,1 t
Reibungsgewicht 38 t
Wasser 8,5 m³
Kohle 2,5 t
Länge 11.766 mm
Geschwindigkeit 80 km/h
Baujahre 1903  - 1920