Eisenbahn in Deutschland
Enzviadukt

Deutschland
11.09.2003
Mi.-Nr. 2359

Brücken

 

Vor 150 Jahren, im September 1853, wurde nach zweijähriger Bauzeit der Eisenbahnviadukt über die Enz bei Bietigheim fertiggestellt. Der reizvolle, an römisch-antike Bautraditionen anknüpfende Steinviadukt ist nicht nur ein bedeutsames Architekturzeugnis für den Eisenbahnbau, sondern auch für den industriellen Aufschwung Südwestdeutschlands und vor allem Bietigheims. Mit seinen 21 gewaltigen steinernen Bögen über das Enztal bildet er bis heute ein architektonisches Denkmal und gilt als Wahrzeichen der Stadt. Der Viadukt schuf die Verbindung zwischen der ersten Hauptstrecke der württembergischen Eisenbahn von Stuttgart nach Heilbronn zur Hauptlinie der badischen Eisenbahn entlang des Rheins. Damit entstand eine Eisenbahnverbindung von der Donau zum Rhein und Bietigheim wurde Eisenbahnknotenpunkt. Große Industrieunternehmen siedelten sich in Bietigheim im Umkreis des neuen Bahnhofs an und mit dem wirtschaftlichen Aufschwung ging der Ausbau der modernen Infrastruktur einher.

Der 33 Meter hohe und 287 Meter lange Enzviadukt wurde von dem aus Heilbronn stammenden Oberbaurat Karl Etzel erdacht und war lange Zeit die einzige völlig massive Eisenbahnbrücke des Landes Württemberg. Mehr als 5.000 Tonnen Stein waren verarbeitet worden. Bis heute überqueren ihn täglich rund 300 Züge. Er zählt damit zu den wichtigsten Verbindungsadern im baden-württembergischen Schienennetz.

Michelrundschau 9/2003