Königlich Preußische Eisenbahn-Verwaltung
G 8 und G 81

Wie sehr man sich in Preußen um die Schaffung einer leistungsfähigen Güterzuglokomotive bemühte, zeigt die Tatsache, daß neben den vielfältigen Spielarten der Gattung G 7 ab 1902 auch eine Heißdampflokomotive gebaut wurde, die Gattung G 8. Bis zum Jahre 1905 rüstete man die ersten 153 Maschinen mit Rauchkammerüberhitzern aus, ab 1906 kamen aber nur noch Rauchröhrenüberhitzer der Bauart Schmidt zum Einbau. Bis 1913 hatte Preußen insgesamt 1.045 Lokomotiven erhalten. Davon übernahm die Deutsche Reichsbahn 656 Stück. Sie wurden als Baureihe 5516-22 geführt. Zwölf Maschinen kamen von den Saarbahnen. Ungefähr 205 Lokomotiven kamen noch zur DB und knapp 50 Exemplare zur DR. Einige davon waren 1968 noch vorhanden. Bei der DB wurden die letzten G 8 bereits 1955 ausgemustert. Aufgrund der Waffenstillstandsbedingungen wurden 1918/19 581 Lokomotiven an Belgien abgegeben. Dort kamen sie als Reihe 81 zum Einsatz.

Ab 1913 entstand eine von Robert Garbe durchgeführte Weiterentwicklung, die als G 81 bezeichnet wurde. Sie hatte einen größeren Kessel und ein daraus folgendes höheres Gewicht war auch beabsichtigt, um durch das höhere Reibungsgewicht die Zugkraft ebenso zu erhöhen. Sie war die am häufigsten gebaute Länderbahnlokomotive in Deutschland. Für die Preußischen Staatseisenbahnen und zuletzt für die Deutsche Reichsbahn wurden allein 4.958 Exemplare hergestellt. 137 erhielt die Reichseisenbahnen in Elsaß-Lothringen, zehn die Großherzoglich Mecklenburgische Friedrich-Franz-Eisenbahn, 50 die deutschen Heeresbahnen im Ersten Weltkrieg, sechs oder zehn die Gewerkschaft Deutscher Kaiser, und 185 wurden ins Ausland verkauft (Polen, Rumänien, Schweden).

Die Reichsbahn übernahm 1925 3. 121 preußische Loks als Reihe 5525–56 mit den Betriebsnummern 55 2501 – 5622 (ohne 55 3367), die zwölf mecklenburgischen Lokomotiven (zwei davon hatte die Bahn 1920 von der Preußischen Staatsbahn gekauft) wurden als Reihe 5558 mit den Nummern 55 5801 – 5810 und 55 5851 – 5852 eingeordnet. Im Jahr 1935 kamen weitere 43 Lokomotiven aus dem Saarland als 55 5623 – 5665 in den Bestand der Reichsbahn. Im Zweiten Weltkrieg wurden zahlreiche Lokomotiven aus Polen und Litauen als Zweitbesetzungen in die Baureihe 55 eingereiht. Aus Belgien übernommene Maschinen erhielten die Nummern 55 5666 – 5699. Nach 1945 ordnete die Deutsche Reichsbahn (DDR) eine weitere Lok aus Polen als 55 5898 und mehrere aus Belgien und Frankreich als 55 7251 – 7260 und 55 8170 ein. Mehr als 1>00 Fahrzeuge gab es noch nach Ende des Zweiten Weltkrieges. 1968 hatte die Deutsche Reichsbahn noch 150 Fahrzeuge und die Deutsche Bundesbahn 50, die sie ab 1968 als Reihe 55 bezeichnete. Die letzte G 81 der Deutschen Bundesbahn, die 055 538-3, wurde am 21. Dezember 1972 aus dem Dienst genommen. Erhalten geblieben ist im Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen die 55 3345 (ex Cassel 5159), die 1915 von Henschel gebaut wurde.



55 2761/Bahnhof
Zaire
14. 1. 1980

Lokomotiven



55 703 von Schichau
Libyen
1. 4. 1984

Deutsche Lokomotiven



preußische G 81/Güterzug
St. Vincent
- Union Insel
18. 12. 1984

Lokomotiven


Technische Daten

G 8 G 81
Gesellschaft KPEV KPEV/REL/GMFFE/u. A.
Hersteller div.
Anzahl 1>54 5. 155
Achsfolge D
Spurweite 1.435 mm
Rostfläche 2,25 m²
2,35 m²
2,58 m²
Heizfläche 135,2 m²
140,0 m²
143,28 m²
Überhitzer 31,7 m²
41,2 m²
52 m²
Dampfdruck 12 kp/cm² 14 kp/cm²
Zylinder-Ø (2) 575 mm
(2) 590 mm
(2) 600 mm
(2) 600 mm
G 8 G 81
Kolbenhub 660 mm
Leistung 809 kW 927 kW
Treibrad-Ø 1.350 mm
Länge 15.938 mm
17.968 mm
18. 290 mm
Lokgewicht 58,5 t 69,9 t
Reibungsgewicht 58,5 t 69,9 t
Achslast 14,7 t 17,6 t
Geschwindigkeit 55 km/h
Baujahre 1902 - 1913 1913 - 1921