Eisenbahn in Deutschland
Bauwerke und Strecken
Stuttgart Hauptbahnhof

Deutschland
06.05.1964
Mi.-Nr. 420

Landeshauptstädte

Uhrenturm

Der Stuttgarter Hauptbahnhof ist der größte Regional- und Fernbahnhof in Stuttgart, Hauptknoten des Stuttgarter S-Bahn-Verkehrs und, neben der Haltestelle Charlottenplatz, wichtigster Knotenpunkt der Stuttgarter Stadtbahn.

Der heutige Hauptbahnhof wurde von 1914 bis 1928 500 Meter östlich des Vorgängerbaus am Arnulf-Klett-Platz gebaut. Den Architektenwettbewerb gewann das Büro von Paul Bonatz (1877-1956) und Friedrich Eugen Scholer (1874-1949) mit seinem Entwurf „umbilicus sueviae“ (Der Nabel Schwabens). Unter anderem aufgrund seines charakteristischen Bahnhofsturms besitzt das Bahnhofsgebäude einen hohen Wiedererkennungswert und gilt als eines der Wahrzeichen Stuttgarts. Neben der großen architektonischen Qualität wurde der Bahnhof städtebaulich gut in die Stadt Stuttgart eingegliedert. Bonatz stellte den Turm als optischen Zielpunkt so in die Achse der Königstraße, dass sich Hauptachse der Stadt an ihm und dem Schlossgartenflügel entlang in Richtung Neckartal fortsetzt.

Der Hauptbahnhof wurde auf einem sehr hohen handwerkliche Niveau ausgeführt. Die Fassaden wurden aus Kalksteinen gebildet, die mit Backsteinen fest vermauert wurden, im Inneren bestimmen Sandstein, Tuff und Backstein die Wände. Diese sind teils als flache Holzdecken ausgebildet und teilweise als Stahlbetonkonstruktionen ausgeführt. Ungewöhnlich modern mutet die Verwendung von Sichtbeton bei den Sicherheitspfeilern in der Kopfbahnsteighalle an. Das Bauwerk steht für Stuttgart an der Nahtstelle vom 19. zum 20. Jahrhundert. Es ist sowohl durch konservative Elemente, die sich unter anderem in der Monumentalität und dem Bauschmuck zeigen, wie auch durch progressive Teile geprägt, welche sich im Kompositionsprinzip, mehrheitlich flacher Dächer und weiteren Elementen zeigen. Das Bauwerk zählt zu den bedeutendsten Leistungen der Architektur seiner Zeit im süddeutschen Raum.