Eisenbahn in Deutschland
Baureihe 229

Gabun
10.12.2000
Mi.-Nr. 1517 aus Kleinbogen

Deutsche Lokomotiven

Nr. 229 193

Es ist kein Lokneubau, die 229 hat ihren Ursprung in der DR-Reihe 119 (neu 219). Diese war als Ablösung der Dampfloks auf den Nebenstrecken der DR vorgesehen. Gebunden an die Spezialisierungsvereinbarungen des Rates für Gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) mußten die 119er aus rumänischer Hand kommen.

Als Ersatzteilspender wurden in Halle 20 Maschinen fast gänzlich geleert. Ausgenommen wie eine Gans war der Weg jedoch nicht zum Schneidbrenner vorgesehen, sondern zur Radikalkur. Im April 1991 rollten mehrere Lokzüge von der Saale an die Ruhr. Krupp übernahm den Auftrag für den als "Remotorisierung" bezeichneten Neuaufbau. Geblieben sind die Spurweite, sechs Achsen, das dieselhydraulische Antriebskonzept und das äußere Erscheinungsbild mit den Bullaugen an der Seite.

Die neue Baureihe 229 ist mit zwei Zwölfzylinder MTU-Dieselmotoren der Bauart 12V396 mit je 1.240 kW (1.686 PS) Leistung ausgerüstet (Baureihe 219: 2 x 955 kW) Dazu besitzt jeder Motor einen angeflanschten Generator, der maximal 40 kVA (insgesamt also 800 kVA) Heizleistung abgeben kann (219: insgesamt 500 kVA). Die Lokomotivsteuerung ist so ausgelegt, daß maximal 2 x 906 kW Traktionsleistung zur Verfügung stehen (die wird dann entsprechend reduziert). Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 140 km/h. (219: 120 km/h).

Durch den Umbau sollen insbesondere auch die Energieprobleme, welche die DR-Loks der Reihen 232 (132) und 219 (119) bei der Versorgung der stromfressenden IR-Bistro-Wagen haben, gelöst werden. Bislang müssen IR und IC nach Berlin in Doppeltraktion befördert wobei eine Lokomotive nur der Stromversorgung dient.

Eisenbahnmagazin 6/92


Technische Daten

BauartCo'Co'
Spurweite1.435 mm
Motor2 x MTU 12V396
Leistung2 x 1.240 kW
Geschwindigkeit140 km/h
Jahr des Umbaus1992