Nahverkehr in Marseille
Straßenbahn

Wie in vielen größeren Städten erhielt auch Marseille im späten 19. Jahrhundert eine Pferdestraßenbahn. Die ersten Linien wurden am 23. Januar 1876, von der "Compagnie générale française de tramways" (CGFT), in Betrieb genommen. Ab 1892 erfolgte die Umstellung auf Dampfbetrieb, ab 1900 die Elektrifizierung. Ab 1905 wurden sukzessive Drehgestellwagen angeschafft und auch die Vororte an das Netz angeschlossen.

Die Straßenbahn von Marseille ist einer der wenigen Straßenbahnbetriebe in Frankreich, die nicht in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vollständig stillgelegt wurden. Heute ist die Straßenbahn Teil der Régie des Transports de Marseille (RTM). Die Neubaulinien T1 und T2 wurden ab 2007 in Betrieb genommen; im Jahr 2015 kam die Linie T3 hinzu.

Die Fahrzeuge für den heutigen Betrieb vom Typ Flexity Outlook wurden seit 2006 in Wien von Bombardier Transportation produziert. Bis Juli 2007 wurden 26 der fünfteiligen Triebzüge geliefert. Sie waren bei der Lieferung 32,5 Meter lang und 2,4 Meter breit. Die Frontpartie der Triebwagen soll an ein Schiff erinnern, ein Hinweis auf die Bedeutung Marseilles als größter Seehafen Frankreichs. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 70 km/h und in dem 32,5 m langen Fahrzeug finden 204 Fahrgäste Platz, davon 44 Sitzplätze. Im Jahr 2012 wurden alle Wagen durch den Einbau von zwei zusätzlichen Modulen auf 42,5 Meter verlängert, gleichzeitig wurde die Innenausstattung erneuert. Außerdem wurden im Mai 2012 sechs weitere Wagen für die im Bau befindliche Strecke in der Rue de Rome bei Bombardier bestellt. Das erste Fahrzeug ist am 2. November 2013 in Marseille eingetroffen. Geplant ist, insgesamt 40 Triebwagen anzuschaffen, 36 sind nach dem Vollausbau des Netzes für den Normalbetrieb notwendig, 4 stehen als Reserve zu Verfügung.



Bombardier Flexity Outlook Cityrunner
Sierra Leone
14. 5. 2017

Öffentliche Verkehrsmittel