Compagnie Internationale des Wagonlits
Sud-Express

Der Sud-Express wurde 1884 vom Gründer der CIWL, dem Belgier Georges Nagelmackers, als Teil einer durchgehenden Verbindung Sankt Petersburg-Paris-Lissabon konzipiert und verkehrte ab 1887. Er bediente dabei die Verbindung Paris Gare d’Austerlitz – Lissabon Santa Apolónia. In Lissabon bestand Anschluss an Dampfschiff-Verbindungen nach Südamerika. Ab 1897 gab es zeitweise einen Zugteil, der über Cordoba und Algeciras verkehrte, wo Schiffsanschluss nach Marokko bestand.

Der Sud-Express war eine für damalige Verhältnisse außergewöhnlich schnelle und komfortable Verbindung. Um 1900 galt er (in seinem französischen Abschnitt) als schnellster Zug Europas mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 91,2 km/h. Ab 1926 fuhr er zwischen Hendaye und Bordeaux elektrisch, 1939 traf das für die gesamte, in Frankreich zurückgelegte Strecke zu. Das bedeutete eine durchschnittliche Reisegeschwindigkeit von 101/km/h zwischen Paris und Bordeaux. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Verbindung als Nachtschnellzug wieder in den Fahrplan aufgenommen. Zeitweise verkehrten durchgehende Liegewagen zwischen Paris und Lissabon sowie Porto. Ab 1953 verkehrte der Zug ohne Halt zwischen Paris und Bordeaux.

Heute ist der Sud-Express ein Nachtreisezug zwischen Irun/Hendaye und Lissabon, der mit einem Talgo-Schlaf- und Liegewagenzug der portugiesischen Staatsbahn Comboios de Portugal (CP) gefahren wird. Der Zug fährt seit Oktober 2012 gemeinsam mit dem Lusitânia-Zug zwischen Lissabon und Medina del Campo, wo der Zug getrennt wird und der "Sud-Express" dann weiter nach Hendaye fährt.



13xx mit Sud Expresso
Weichenstellhebel und -signal
Portugal
28. 10. 2006

150 Jahre Eisenbahn