Ferrovie dello Stato
E 550

Die guten Erfahrungen auf der Strecke Lecco-Sondrio ermutigten die noch junge Ferrovie dello Stato (FS) zur Elektrifizierung der Giovi-Bahn nach den gleichen Prinzipien. Schon 1908 waren die Bauarbeiten beendet. Als Lokomotiven bestellte man die hier beschriebenen fünffach gekuppelten Zugmaschinen, die bei ihrer festen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h noch Züge von 400 t Gewicht über die Steigung von 3,5 % ziehen konnten. Durch Kaskadenschaltung der Motoren ergab sich eine weitere feste Höchstgeschwindigkeit von 22 km/h. Die gewählte niedrige Frequenz der Stromversorgung hatte ihren Grund in dem Bestreben der Konstrukteure, die Verwendung damals noch nicht ausgereifter Zahnradgetriebe für die Übertragung der großen Drehmomente zu vermeiden. Da bekanntlich die Drehzahl der verwendeten Synchronmotoren direkt von der Stromfrequenz abhängt, waren hier Zahnradgetriebe nicht nötig.

Die Giovi-Elektrifizierung war so erfolgreich, daß sie bald auch auf andere Strecken in diesem Teil Italiens ausgedehnt wurde, der Mont Cenis-Tunnel und die französische Grenze wurden 1912 erreicht. Die Zahl der "E550" stieg entsprechend rapide - 1921, als die Nachfolgebauart "E551" erschien, gab es insgesamt 186 Maschinen. Damals waren sie bei weitem die zahlreichste E-Loktype ihrer Zeit.

Eine dieser hervorragenden Lokomotiven überlebte die Ausmusterung und steht heute im Leonardo da Vinci Museum für Wissenschaft und Technik in Mailand, wie es einer Maschine gebührt, die erstmals zeigte, daß man mit Elektrizität schaffen konnte, was die Dampfkraft nicht vermochte.


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E 550 nit Güterzug bei Tunnelausfahrt
Tuvalu
- Niutau
17. 9. 1984

Lokomotiven


Technische Daten

Gesellschaft FS
Nummern 001 - 186
Hersteller Westinghouse
Fahrwerk E
Spurweite 1.435 mm
Stromsystem 3.400 V/50 Hz
Leistung 2 x 735 kW
Antrieb Blindwellen und Kuppelstangen
Zugkraft 100 kN
Treibrad-Ø 1.070 ;mm
Länge 9.500 mm
Gewicht 63 t
Achslast 12,7 t
Geschwindigkeit 50 km/h
Baujahre 1908 - 1951