Eisenbahn in der Schweiz
Baureihe Ec 2/5

Guinea
30.08.1996
Mi.-Nr. 1580

Alte Lokomotiven

Nr. 28 "Genf"

Diese bemerkenswerte Lokomotive, im Jahre 1858 von Kessler in Esslingen, Deutschland, gebaut, wurde zunächst dafür verwendet, bei der Eröffnung der Hauenstein-Linie der Schweizerischen Centralbahn den Zug der offiziellen Festgäste zu schleppen. Aber ganz abgesehen von diesem ersten Einsatz, hatte der Aufbau dieser Lokomotive einige sehr ungewöhnliche Merkmale. Sie wurde nach dem System Engerth gebaut, das ein österreichischer Ingenieur dieses Namens entwickelt hat. Bei diesem System diente ein Teil des beladenen Tenders dazu, das Adhäsions- oder Haftgewicht der Maschine zu erhöhen. Man kann auch erkennen, dass die Wassertanks des Tenders ziemlich weit nach vom bis über die zweite Kuppelachse, d.h. die eigentliche Treibachse, hinausreichten. Das hintere Ende der Maschine war drehbar angekuppelt; dieser Teil des Tenders enthielt weiteres Wasser und die gesamte Kohle. Wegen dieses drehbar angekuppelten rückwärtigen Endes konnte man strenggenommen nicht von einer "Tenderlokomotive" sprechen; die deutsche Bezeichnung für diese Bauart lautet "Schlepptender".

Die Schweizerische Centralbahn verfügte über 60 Lokomotiven des Engerth-Systems. Einige davon hatten die Achsfolge B3 wie die Genf, andere die Achsfolge B2 und C2. Die Genf überstand eine Betriebsdauer von 40 Jahren und wurde nach ihrer Ausserdienststellung im Jahre 1898 glücklicherweise nicht verschrottet. Sie ist im Schweizerischen Verkehrsmuseum zu Luzem ausgestellt.


Technische Daten

Gesellschaft Schweizerische Centralbahn
Vereinigte Schweizerbahnen
Nord-Ost-Bahn
Nummern
SC
VSB
NOB
 
27 - 38
25 - 40
36 - 39
Hersteller Maschinenfabrik Esslingen
Fabr.-Nr. 395 - 423, 617 - 620
AchsfolgeB3
Spurweite1.435 mm
Dampfdruck 10 kp/cm²
Treibrad-Ø 1.375 mm
Länge 9.540 mm
Gesamtgewicht 47 t
Reibungsgewicht 28 t
Geschwindigkeit 55 km/h
Baujahre 1858 - 1863

Eisenbahnen der Gründerjahre 1851 - 1895; Lokomotiven aus Esslingen; EMS Nr. 194