Eisenbahn in der Schweiz
Baureihe Re 450

Schweiz
06.03.1990
Mi.-Nr. 1410

Inbetriebnahme der Züricher S-Bahn

Baureihe 450
Steuerwagen

Obschon die vierachsige Lokomotive speziell für den S-Bahn-Einsatz ausgelegt wurde, kann sie auf dem gesamten Streckennetz der Schweizerischen Bundesbahnen verkehren. Zusammen mit zwei Doppelstock-Zwischenwagen und einem Doppelstock-Steuerwagen bildet die Re 450 eine rund 100 m lange Grundeinheit, die im Depot Zürich stationiert ist und auf ihren Dienstumläufen bis Zug, Brugg, Winterthur und Rapperswil kommt, um nur einige zu nennen.

Auf den Bau von Prototypen verzichteten die SBB. Trotzdem konnte bereits drei Jahre nach der Auftragserteilung die erste Lokomotive des Typs Re 450 im Sommer 1989 in Betrieb genommen und gestetet werden.

Beim Design der Zürcher S-Bahn-Lokomotive Re 450 beschritt die Arbeitsgruppe neue Wege. Es wurde nicht nur, den bei der Re 4/4 IV erprobte Einbau von Sickenbauweise (Rillen an den Seitenwänden des Kastens) gewählt, sondern auch erstmals bei einem Schweizer Triebfahrzeug eine Maschine mit nur einem Führerstand kreiert. Der Führerstand ist für sitzende und stehende Bedienung konzipiert. Seine Geräumigkeit sowie die ausgezeichnete Lärmdämmung und Kühlung bieten optimale Arbeitsbedingungen. Erstaunlicherweise sind die Konstrukteure bei dieser modernen Lokomotive wieder zum Handrad als zentrales Steuerelement zurückgekehrt. Dieses Handrad hat es jedoch in sich: Es vereinigt alle Eingabeelemente für die Zug und Bremskraft. Auf einfachste Weise ist es dem Lokführer zum Beispiel möglich, bei einer Zielbremsung die Gesamtbremskraft des Zuges zu dosieren. Kaum sichtbar befindet sich auf dem Dach über dem Gepäckabteil ein Einholmstromabnehmer. Ein weiteres typisches Merkmal der Re 450 ist die automatische Kupplung zwischen den viereckigen Puffer.


Technische Daten

Gesellschaft SBB
Nummern 450 000 - 450 114
Hersteller SLM/ABB
Spurweite 1.435 mm
Leistung 4.350 PS
Gewicht 74 t
Geschwindigkeit 130 km/h
Baujahre 1989 - 1997